Viele Frauen fragen sich, ob ein Selbstverteidigungsunterricht im Ernstfall wirklich etwas bringt. Die gute Nachricht: Dazu gibt es inzwischen sehr belastbare Forschung. Sie zeigt aber auch, dass es auf mehr ankommt als auf Schlag- und Befreiungstechniken.

Die wichtigste Studie: weniger Übergriffe nach dem Unterricht

2015 erschien im New England Journal of Medicine, einer der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften, eine große kontrollierte Studie aus Kanada. 893 Studentinnen wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt:

  • Die eine Gruppe besuchte ein Programm aus vier Einheiten zu je drei Stunden.
  • Die andere Gruppe erhielt nur Informationsbroschüren.

Das Programm verband drei Dinge: Risiken durch Bekannte früh erkennen, innere Hemmungen überwinden, eine Gefahr ernst zu nehmen, und sich verbal und körperlich wirksam wehren.

Das Ergebnis nach einem Jahr: In der Programmgruppe erlebten 5,2 Prozent der Frauen eine vollendete Vergewaltigung, in der Vergleichsgruppe 9,8 Prozent. Bei versuchten Vergewaltigungen lag der Anteil bei 3,4 gegenüber 9,3 Prozent. Das Risiko sank also deutlich.

Gelerntes wird im Alltag tatsächlich genutzt

Eine Folgeuntersuchung mit 445 Teilnehmerinnen fragte, was die Frauen in den zwei Jahren danach mit dem Gelernten gemacht haben. 42 Prozent hatten mindestens eine der Strategien angewendet. Die meisten berichteten, dass sie damit einen Übergriff stoppen konnten. Der Titel der Studie zitiert eine Teilnehmerin: „Ich fühlte mich stark und selbstsicher.“

Was das für die Wahl eines Unterrichts bedeutet

Die Forschung zeigt: Wirksame Selbstverteidigung ist mehr als Technik. Achte bei einem Unterricht darauf, dass diese Bausteine dazugehören:

  • Wahrnehmung: Gefahren früh erkennen, auch durch Menschen, die man kennt
  • Grenzen und Stimme: laut, klar und bestimmt Nein sagen
  • Einfache Körpertechniken: wenige, wirksame Bewegungen, die auch unter Stress funktionieren
  • Realistische Situationen: üben, wie es sich anfühlt, wenn jemand Grenzen überschreitet
  • Sicherer Rahmen: respektvoller Umgang, kein Druck, keine Vorerfahrung nötig

Selbstverteidigung bei INSPIRE in Detmold

Bei INSPIRE Martial Arts lernst du Selbstverteidigung ohne Vorerfahrung, klar strukturiert und alltagstauglich. Für Erwachsene ab 18 Jahren gibt es zusätzlich Krav Maga mit einfachen, direkten Prinzipien, ab 16 Jahren Kickboxen für Technik, Ausdauer und Selbstvertrauen. Mehr dazu findest du auf selbstverteidigung-fuer-erwachsene-detmold.de und kravmaga-detmold.de.

Wenn du bereits Gewalt erlebt hast oder Unterstützung brauchst: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 116 016 erreichbar.

Quellen

  1. Senn CY, Eliasziw M, Barata PC et al. (2015): Efficacy of a sexual assault resistance program for university women. New England Journal of Medicine 372, 2326–2335. doi:10.1056/NEJMsa1411131
  2. Crann SE, Senn CY, Radtke HL, Hobden KL (2022): „I felt powerful and confident“: Women's use of what they learned in feminist sexual assault resistance education. Psychology of Women Quarterly. doi:10.1177/03616843211043948

Du möchtest herausfinden, welcher Unterricht zu dir oder deinem Kind passt?

Kostenlosen Probeunterricht anfragen
Kostenlosen Probeunterricht anfragen